Wissenschaftlicher Hintergrund

Weit verbreitete strenge Disziplinarmethoden wie die Null-Toleranz-Politik, die Suspendierung und die Zurückweisung als Reaktion auf gewalttätiges oder störendes Verhalten haben sich als unwirksam und sogar kontraproduktiv erwiesen. Lehrer benötigen radikale unterschiedliche Methoden und praktische Werkzeuge, um auf gewalttätige SchülerInnen und stressiges Unterrichtsklima zu reagieren.

Das Interventionsmodell von Matzmichim (Uplifters) basiert auf der Gewaltpräventionsforschung der Gewaltakademie in Deutschland, bei der Mitbegründer Georg Roessler in Methoden zur Gewaltreduzierung geschult wurde. Das Modell basiert auch auf Studien, die von hochrangigen Forschern in den USA, Dr. Diane Felmlee vom Institut für Soziologie und Kriminologie der Penn State University und Dr. Robert Faris vom Institut für Soziologie der UC Davis durchgeführt wurden. Matzmichims Prinzipien basieren auf dem Alternative Violence Project (AVP) und dem International Institute for Restorative Practices (IIRP). Dieser Wissensschatz wurde in eine evidenzbasierte Methodik und Praxis umgesetzt, gepaart mit effektiven Strategien, die von Yony Tsouna, CEO von Matzmichim (Uplifters), und seinem Team professioneller Moderatoren entwickelt wurden.

Gewaltakademie Villigst

Die Akademie ist eine Dachorganisation, die Schulen, Jugendzentren, Gemeindepolizei, soziale Organisationen und andere Regierungsbeamte betreut. Ideen und Theorien der Akademie wurden an Matzmichim (Uplifters) angepasst, um das Schulklima in Israel zu verbessern. Das im letzten Jahrzehnt aus der deutschen „Akademie für Gewaltstudien“ und anderen Bildungsnetzwerken gewonnene Wissen hat Matzmichim (Uplifters) dabei geholfen, Werkzeuge zu entwickeln, die sich als wirksam erwiesen haben.

Weitere Informationen auf der Website.

Zusammenarbeit mit Dr. Robert Faris, USA.

Dr. Robert Faris ist ein international anerkannter Forscher auf dem Gebiet der Soziologie und Experte für soziale Konflikte. Nach seiner Promotion an der University of North Carolina in Chapel Hill im Jahr 2007 ist er derzeit Universitätsprofessor an der UC Davis in Kalifornien und forscht in den Bereichen Sozialpsychologie, soziale Netzwerke, Abweichungen und Kriminalität. Seit mehr als einem Jahrzehnt nutzt er die Analyse sozialer Netzwerke, um ein Verständnis für gewalttätiges und destruktives Verhalten bei Jugendlichen zu erlangen. In den letzten Jahren hat er auch Forschungsergebnisse über Cyber-Aggression veröffentlicht, die im digitalen Zeitalter zunehmend an Bedeutung gewinnen. Für seine Arbeit und Forschungskooperationen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Diese Forschung zielt darauf ab, wirksame Programme zur Reduzierung von Gewalt und zur Bekämpfung von Mobbing sowie Unterstützungssysteme für die Jugend zu schaffen.

Der innovative Aspekt seiner Arbeit war, sein Fokus auf die Verbindung zwischen aggressivem Verhalten und der Popularität bei Kindern und Jugendlichen. Durch empirische Datenanalyse fand Dr. Faris heraus, dass Gewalt im Allgemeinen nicht nur ein Verhalten zwischen verschiedenen Gruppen ist, sondern zwischen Personen, die Teil derselben Gruppe sind und / oder ihre Beziehung als Freundschaft betrachten. Seine Haupttheorie im Zusammenhang mit Gewalt (verbal, physisch und virtuell) bei Kindern und Jugendlichen lautet daher, dass Aggression als Machtdemonstration sowie als Mittel zu ihrer Erlangung und Aufrechterhaltung eingesetzt wird. Daher besteht ein wesentlicher Zusammenhang zwischen sozialem Status und aggressivem Verhalten: Gewalt führt in vielen Fällen zu Prestige und ist daher kein Merkmal, das nur bestimmten Gruppen innerhalb der Gesellschaft vorbehalten ist, sondern in der Regel innerhalb von Peer-Gruppen. Diese Tatsache spiegelt sich selten in Programmen zur Reduzierung und Intervention von Gewalt wider, einer der Hauptgründe, warum sie nicht erfolgreich sind. Dieser alternative Ansatz zur Bekämpfung von Gewalt, der von Dr. Faris angeboten wird, ist ein grundlegender Schlüssel zum Verständnis, warum Kinder und Jugendliche sich für Mobbing und andere Formen von Gewalt entscheiden.

Matzmichim (Uplifters) arbeitet seit sieben Jahren eng mit Dr. Faris zusammen, um die neuesten Forschungsergebnisse in unsere Arbeit zu integrieren. Infolge des von Dr. Faris bereitgestellten Forschungsmaterials konnte Matzmichim (Uplifters) die Interventionsmethode neu bewerten und anpassen, um die oben beschriebene Problemdefinition zu berücksichtigen. Matzmichim (Uplifters) konnte Dr. Faris 2017 zu einem 5-tägigen Forschungsaustausch einladen. Und wir freuen uns, dass wir ihn auch im Jahr 2019 wieder für zwei Wochen aufnehmen konnten. Während dieses Aufenthalts hat er in Zusammenarbeit mit Matzmichim C.E.O Yony Tsouna mehrere Vorträge im ganzen Land verteilt gehalten. 

KIVA – Anti-Mobbing-Ansatz aus Finnland

Durch unseren professionellen Austausch mit dem Forscher Dr. Robert Faris wurden wir in das Mobbing-Präventionsprogramm der finnischen Organisation Kiva eingeführt. Derzeit gilt Kiva als eines der bekanntesten Anti-Mobbing-Programme, das Mobbing geringfügig reduziert. Das Programm von Kiva wurde an der Universität Turku / Finnland entwickelt. Kiva arbeitet eng mit Schulen und ihren TrainerInnen zusammen, die unterrichten. Dem Programm folgen Partnerinstitutionen in vielen anderen Ländern Europas. Nach unserem ersten Austausch untersuchen wir nun die Ansätze von Kiva, um die weitere Zusammenarbeit fortzusetzen.

Weitere Informationen auf der Website.

Internationales Institut für restaurative Praktiken (IIRP)

Mit Wiederherstellungsmethoden fördert das IIRP das soziale Lernen und die Reduzierung von Gewalt und asozialem Verhalten. Durch die Entwicklung von Theorie, Praxis und Forschung in diesem Bereich erreicht IIRP ein großes Publikum auf der ganzen Welt. Mit dem Ziel, das menschliche Verhalten positiv zu beeinflussen und die Zivilgesellschaft zu stärken, werden die Matzmichim-Prinzipien (Uplifters) vom International Institute for Restorative Practices übernommen. Wir stehen in engem Kontakt mit der Organisation, ihre Vertreter und Gründer kommen oft nach Israel, um ihr Wissen mit uns zu teilen. Außerdem sind wir vor einigen Jahren in die USA gereist, um ihre Arbeitsweise zu lernen.

Weitere Informationen auf der Website.

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