Gemeinsamer gesellschaftlicher Ansatz

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Segregation im israelischen Schulsystem

Aufgrund der von Krieg geprägten Geschichte und der gegenwärtigen politischen Spannungen ist Gewalt in Israel im Allgemeinen ein großes Problem. Die anhaltenden Konflikte zwischen verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen tragen wesentlich dazu bei. Dies spiegelt sich in gesellschaftlichen Strukturen wie dem israelischen Schulsystem wider. Dieses ist in vier verschiedene Sektoren unterteilt. Der soziale Zusammenhalt zwischen Juden, mit unterschiedlichem Grad an Religiosität, und allen arabischsprachigen Minderheiten im Land wird durch diese Unterteilung in Sektoren verhindert. Während Eltern von der Tatsache getröstet werden können, dass die Bildung ihre eigenen Prinzipien widerspiegelt, die sie an ihre Kinder weitergeben möchten, führt diese Trennung im Schulsystem dazu, dass sich Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Ursprüngen und Denkweisen von klein auf nicht mehr vermischen, das Land weiter zu teilen.

Sekulär (Mamlachti)

Religiös (Mamlachti dati)

Unabhängige jüdisch-orthodoxe (Chinuch Atzmai)

Arabische Schulen

Private Schulen

Diese öffentlichen Schulen bieten allgemeine Bildung in einer Reihe von Fächern an und implementieren Programme, die eine jüdische und zionistische israelische Identifikation fördern. Der grundlegende Lehrplan umfasst Mathematik, Sprachkenntnisse, Naturwissenschaften, Sozialkunde, Kunst und Sport sowie eine minimale Anzahl jüdischer Studien (Basic Tanach), einige mit der Option jüdischer Anreicherungsprogramme.

Die Unterrichtssprache ist Hebräisch. Der Unterricht wird gemeinsam erzogen.

AbsolventenInnen dieser Schulen erhalten ihr Abitur Bagrut und treten in der Regel vor dem Studium den israelischen Streitkräften für ihren obligatorischen Militärdienst bei.

Diese national-religiösen Schulen haben einen ähnlichen Lehrplan wie die säkularen staatlichen Schulen, wobei sie die jüdische Tradition betonen, sich mit jüdischen Studien befassen und eine Atmosphäre religiöser Einhaltung der Tora schaffen. Das Schulpersonal und die SchülerInnen halten sich an religiöse Normen und halten die täglichen Gebete ein. Jüdisch-nationalistische und zionistische Werte sind Teil der Bildung. Die Kurse finden auf Hebräisch statt und sind in der Regel von klein auf nach Geschlecht getrennt. Die Zahl der Koedukationsklassen nimmt ab.

AbsolventenInnen dieser Schulen erhalten ebenfalls den Bagrut und treten der IDF nach Abschluss der High School bei, bevor sie weiter studieren.

Diese “Haredi” (jüdische ultraorthodoxe) Schulen konzentrieren sich fast ausschließlich auf umfangreiche religiöse Studien über Tora und Talmud und bieten wenig in Bezug auf weltliche Fächer. Religiöse Beachtung ist ein grundlegender Aspekt des schulischen Umfelds. Für Jungen und Mädchen gibt es einen separaten Unterrichtsrahmen. Der Unterricht findet auf Hebräisch und Jiddisch statt.

Diese Schulen werden staatlich finanziell unterstützt, das Bildungsministerium ist jedoch nicht für den Lehrplan, das Personal oder die Verwaltung verantwortlich. Die SchülerInnen, die hier studieren, erhalten normalerweise kein Abitur (Bagrut), da das Bildungssystem die Kernfächer der Immatrikulationsprüfungen ignoriert, sondern die Religionswissenschaft fortsetzt.

Dieser Mangel an grundlegenden Lehrplänen aufgrund der Unabhängigkeit des Bildungssektors, der zu fehlenden beruflichen Qualifikationen und einer anschließenden Abwesenheit von Arbeitskräften des Landes führt, wird von Teilen der israelischen Gesellschaft als ein großes soziales Problem angesehen.

Dieser Bildungssektor umfasste muslimische, christliche, drusische und beduinische Schulen. Das gemeinsame Merkmal dieser Schulen ist Arabisch als Unterrichtssprache. Sie haben einen besonderen Schwerpunkt auf arabische Geschichte, Religion und Kultur. Die Schüler können ihren Abschluss machen und Zugang zur Hochschulbildung erhalten, obwohl einige Drusen und Beduinen als dem Staat gegenüber loyal gelten und sich daher der IDF anschließen.

Obwohl Israel das UNESCO-Übereinkommen gegen Diskriminierung im Bildungswesen unterzeichnete und es 1961 ratifizierte, wurde das arabisch-israelische Bildungssystem in der Vergangenheit zugunsten des jüdischen Sektors bitter vernachlässigt. Diese Diskriminierung äußerte sich in einem Mangel an staatlichen Mitteln für den arabischen Schulsektor, was zu Unterschieden in Bezug auf akademische Leistungen und sozioökonomisches Einkommen im Verhältnis zur hebräischsprachigen Bevölkerung führte. Bisher gibt es in diesen beiden Bildungssystemen große Unterschiede im Budget pro SchülerIn. Im Vergleich dazu erhalten SchülerInnen an staatlich geführten arabischen Schulen aufgrund weniger LehrerInnen, unzureichendem Schulmaterial für die spezifischen Bedürfnisse der SchülerInnen, unzureichendem Schulbau, fehlenden Bibliotheken und Erholungsräumen eine schlechtere Ausbildung.

Die jüngsten PISA-Studien, die 2019 von der OECD veröffentlicht wurden, ergaben, dass Israel in Fächern wie Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften die größte sozioökonomische Kluft zwischen hebräischsprachigen und arabischen israelischen Jugendlichen aufweist. Diese aufgezeichneten Leistungslücken haben sich seit früheren Umfragen vergrößert.

Zusätzlich zu diesen Schulen gibt es eine steigende Anzahl unabhängiger Privatschulen, die unter verschiedenen religiösen und internationalen Vorzeichen arbeiten. Sie spiegeln die spezifische religiöse Zugehörigkeit, Philosophie, Pädagogik und Werte von Eltern und ErziehernInnen wider.

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