Workshops für SchülerInnen

SOS Violence bietet Workshops zur Reduktion von Gewalt, Entfremdung, Erniedrigungen und sozialer Ausgrenzung in israelischen und arabischen Schulen an. Die Workshops sind dabei für SchülerInnen im Alter von 8 bis 17 Jahren konzipiert.

Ablauf

1. Vor dem Treffen mit den SchülerInnen lernen die SOS Violence TrainerInnen die LehrerInnen kennen. Dadurch können sie mehr über das Klassenklima und die in der Klasse vorkommenden Formen von Gewalt erfahren. Die Workshops werden dann an die jeweiligen Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst. Darauf folgt ein erstes Gewaltpräventionstraining für LehrerInnen und SchulberaterInnen.

2. Nach den Vorbereitungstreffen findet ein dreitägiger Workshop für SchülerInnen statt, in dem wir innovative Spiele und Übungen durchführen und dadurch inhaltliche Beiträge von SchülerInnen zum Thema Gewalt sammeln. Wir reflektieren gemeinsam die aktuelle Klassensituation und zeigen den Kindern und Jugendlichen auf, dass Gewalt keine unveränderbare Realität ist. Es liegt in ihrer Hand das gewaltvolle Verhalten innerhalb der Klasse zu verringern. Durch unser innovatives „Growing Children Model“ unterstützen wir die SchülerInnen dabei, zu erkennen, dass sie unmittelbar in der Lage sind das Klassenklima zu verbessern.

3. Nach der Durchführung des Workshops findet ein Abschlussgespräch zwischen LehrerInnen und TrainerInnen statt, das der Lehrperson konkrete Methoden zur langfristigen Veränderung in der Klasse mitgibt. Die Lehrkräfte werden dann während des Schuljahrs, je nach Bedarf, durch Beratung weiter begleitet.

Arabischer Sektor

Nur durch die gleichzeitige Arbeit im hebräischen, sowie im arabischen Sektor kann eine langanhaltende Veränderung im Leben der israelischen Kinder und Jugendlichen erreicht und so die Zukunft des ganzen Landes positiv beeinflusst werden.

Wir haben zwei Trainer, Ranim und Samir, die Workshops im arabischen Sektor auf Arabisch durchführen. Da die Anforderungen an die Workshops – im Vergleich zum hebräischen Sektor – etwas anders sind, werden diese Workshops entsprechend an die Bedürfnisse der SchülerInnen und LehrerInnen in diesem Sektor angepasst. In vielen arabischen Schulen herrschen noch stark hierarchische Strukturen und es werden weniger sogenannte „offene Arbeitsmethoden“ angewendet. Deshalb ist es wichtig, dass die Workshops eine spielerische Leichtigkeit beinhalten, damit die SchülerInnen die eigene Meinung in offenen Diskussionen zur Sprache bringen und die innovativen Methoden akzeptieren.

Palästinensische Autonomiegebiete

Schulen für Jugendliche im Brennpunkt Seit Oktober 2016 sind wir auch in Schulen in den Palästinensischen Autonomiegebieten aktiv. Durch unser Pilotprojekt in Beit Sahour/Bethlehem, konnten wir erstmalig unsere Methoden auch Schülerinnen und Lehrerinnen in der Westbank zugänglich machen.

Am 17. Und 18. Oktober konnten wir unseren Pilotworkshop in den Palästinensischen Gebieten starten. Unsere Pilotschule in Beit Sahour/Bethlehem hat sich offen für unsere Methoden gezeigt und Trainer Ranim zu einem 2 Tätigen Workshop in einer 8. Klasse eingeladen.

SchülerInnen und Lehrerinnen waren begeistert und auch unserer Trainer war sehr zufrieden mit der Klasse. Die Kinder konnten die Themen und Spiele gut auf ihre Lebensrealitäten beziehen und stärkten ihre Kompetenz als Gruppe zusammenzuarbeiten.

 „Die Arbeit mit den Kindern dort, gibt mir Hoffnung für eine bessere Zukunft in Israel und Palästina“ sagt Ranim im Anschluss.

Weitere Workshops an dieser und weiteren Schulen in der Westbank sollen nun realisiert werden. Wir sind auf der Suche nach Förderern die unseren friedenspädagogischen Einsatz auch unterstützen.

 

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Kinder und Jugendliche im Brennpunkt

Schulen für Jugendliche im Brennpunkt aus ganz Israel fragen uns an, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die meisten SchülerInnen dieser Schulen wurden aus ganz verschiedenen Gründen von ihren vorherigen Schulen verwiesen, weshalb die Brennpunktschulen oft ihre letzte Chance sind.

Die LehrerInnen unterstützen ihre SchülerInnen dabei, zwölf Schuljahre erfolgreich abzuschließen und helfen ihnen dabei, wieder an sich und ihre Fähigkeiten zu glauben. Das Ziel ist es, den SchülerInnen dabei zu helfen, aus dem Teufelskreis der Kriminalität auszusteigen und sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Deshalb fragen Lehrkräfte nach Anleitung und Methoden, um mit Gewalt und Entfremdung umgehen zu können.

Sonderpädagogik

Nachdem wir unser Programm erfolgreich an die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Brennpunkt angepasst haben, arbeiten wir nun auch mit Schulen für Sonderpädagogik zusammen. Einige LehrerInnen, die unsere Arbeit und Methoden kennengelernt haben, hatten uns gebeten, auch Workshops für die Reduktion von Gewalt und Entfremdung in ihren Schulen durchzuführen. Zusätzlich wurden wir von Regelschulen für Workshops in ihren Klassen für Sonderpädagogik angefragt (in Israel gibt es pro Klassenstufe eine sogenannte Sonderklasse). Manche Kinder und Jugendliche mit speziellen Bedürfnissen besuchen zudem eine Regelklasse. Die meisten der Kinder in Klassen für Sonderpädagogik haben geistige Einschränkungen.

Durch die Zusammenarbeit mit LehrerInnen und weiteren Fachkräften des Gebiets der Sonderpädagogik erweitern wir unser Wissen über die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse der SchülerInnen und passen unsere Ansätze und Methoden daran an. Für viele SchülerInnen der Sonderklassen ist es oft schwer, sich für längere Zeit zu konzentrieren, anderen zuzuhören und über Gefühle zu sprechen. Die Workshops sind daher wichtig, weil sie den SchülerInnen die Möglichkeit geben, die MitschülerInnen einmal wirklich wahrzunehmen – was wichtig für andere ist und dafür, wie sie sich fühlen. Wir wollen die SchülerInnen dabei unterstützen, einfühlsam und respektvoll zu sein, mit starken Stimmungsschwankungen umgehen zu können und ein Gefühl von Selbstwert und Zugehörigkeit zu entwickeln.

Es ist uns wichtig, nicht nur Workshops in Schulen für Sonderpädagogik anzubieten, sondern auch in den speziellen Klassen in Regelschulen. Dadurch wollen wir den SchülerInnen zeigen, dass auch sie wichtig sind und besondere Dinge (hier: Workshops) in ihren Klassen stattfinden. Oft sind sie es, die bei besonderen Aktivitäten in der Schule zu kurz kommen oder ausgelassen werden. Viele LehrerInnen haben zudem nur wenig Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer SchülerInnen und versuchen sie daher nicht zu überfordern. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass die Workshops zur Reduktion von Gewalt und Entfremdung auch sehr wichtig für diese Klassen sind.

 

Virtual Violence 

SoS Violence bietet auch Kurse zur Prävention von virtueller Gewalt an (siehe unter Pädagogischer Hintergrund). Die Kurse werden sowohl für Schulklassen als auch für Eltern angeboten und geben praktische Anleitungen und Hinweise, wie man mit virtueller Gewalt umgehen kann.

In dem Kurs werden folgende Fragen behandelt:

  • Was ist Virtual Violence und was ist der Unterschied zum “normalen” Mobbing?
  • Das Erkennen von Warnsignalen, die auf Internet-Mobbing hinweisen
  • Welchen Schaden richtet Cyber- Mobbing an?
  • Welche Faktoren tragen zur Intensivierung von Konflikten und Grausamkeit bei?
  • Was sind “Hass-Gruppen” und wie geht man damit um?
  • Warum versuchen Kinder zu verstecken, dass sie Opfer von Cyber-Mobbing sind?
  • Tipps, wie sinnvoll mit dem Internet und Sozialen Netzwerken umgegangen werden kann
  • Was mache ich, wenn mein Kind betroffen ist?

 

 

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